Nationalpark Hainich

Der Hainich war jahrzehntelang militärisches Sperrgebiet. Große Bereiche des Waldes wurden daher kaum betreten und nicht genutzt, so dass sich dort die Waldbestände ungestört entwickeln konnten.

Große Kahlflächen sind durch das Militär entstanden. Aber wie sich zeigt, ist der Wald nur schwer zu ruinieren. Kraftvoll verwandeln sich im Nationalpark die Sukzessions-flächen des ehemaligen Truppen-übungsplatzes nach und nach in Wald. Hier ist gefragt, was der Mensch fast verlernt hat: Nichtstun und Geduld.

Seither ist im Nationalpark eine Dynamik der Waldentwicklung zu beobachten – in Mitteleuropa eine seltene Gelegenheit. Ein Teil der unzugänglichen Gebiete wurde selbst vom Militär nicht genutzt. Dort entwickelt sich der Urwald schon seit Jahrzehnten im Stillen.

In Kooperation mit dem Nationalpark Hainich dokumentiert GreenCut mit Schülerinnen und Schülern des Evangelischen Schulzentrums Mühlhausen die biologische Vielfalt in diesem Buchenwaldökosystem. Nicht nur im Nationalpark selber, auch im Wildkatzendorf Hütscheroda und auf dem Baumkronenpfad wurde gefilmt. Mehrere Interviews mit Experten lieferten viele Informationen unter anderem auch zu der aktuellen Situation der Buchen, die aufgrund der Trockenheit im Sommer 2018 teilweise abzusterben drohen.

Erste Anzeichen dafür, dass das Jahr 2018 auch im Hainich seine Spuren hinterlassen hat, gab es bereits im Frühjahr mit der fast komplett ausgebliebenden Bärlauchblüte. Diese Charakterart für den Hainich ist eine Zeigerpflanze für frischen Boden im Frühjahr. „Insbesondere auf den südwestexponierten und besonders flachgründigen Standorten ist die Buche in einem sehr schlechten Zustand. An diesen Standorten ist zirka ein Drittel des Bestandes alter Buchen komplett kahl.

Der Rest der Buchen weist große Ausfälle in den Kronen auf und hat eine nur spärliche Belaubung mit z.T. sehr kleinen Blättern. „Nur wenige Buchen sind normal belaubt“, resümiert Nationalpark-leiter Manfred Großmann die Situation. „Im Nationalpark Hainich ist davon auszugehen, dass sich schon unter den jetzigen Bedingungen und aufgrund der bereits eingetretenen Schäden die Baumartenzusammensetzung auf diesen Standorten in sehr kurzer Zeit sehr deutlich verändern wird.“

Im Moment befindet sich der Film zum Projekt in der Postproduktion und wird demnächst hier zu sehen sein.